Weidemanagement zum Jahresbeginn

Der passende pH-Wert der Pferdeweide - Kalkung richtig planen

Der Jahresbeginn ist für Pferdehalter der ideale Zeitpunkt, um sich intensiv mit der Weidepflege und dem Weidemanagement zu beschäftigen. Eine gut gepflegte Pferdeweide ist weit mehr als nur Futtergrundlage: Sie trägt maßgeblich zur physischen und psychischen Gesundheit der Pferde bei und kann über viele Monate den Zukauf von zusätzlichem Pferdefutter reduzieren.

Wer frühzeitig plant, spart langfristig Kosten, schont den Boden – und schafft die Basis für eine artenreiche, trittfeste und leistungsfähige Weide.

Warum ist gutes Weidemanagement so wichtig?

Eine gesunde Pferdeweide:

  • liefert hochwertiges Grundfutter
  • reduziert Staub, Schlamm und Trittschäden
  • fördert eine stabile Grasnarbe
  • verbessert die Nährstoffversorgung der Pflanzen
  • wirkt sich positiv auf Verdauung, Stoffwechsel und Wohlbefinden der Pferde aus

Der Schlüssel dafür liegt im Boden – genauer gesagt in dessen Bodenart und pH-Wert.

Die Basis: Welche Bodenart liegt vor?

Jeder Weidebesitzer sollte wissen, auf welchem Boden sein Grünland wächst. Die Bodenart beeinflusst Wasserhaltevermögen, Nährstoffverfügbarkeit und die notwendige Kalkung.

Man unterscheidet drei sogenannte Bodenartgruppen (BAG) – abhängig vom Tongehalt:

  • BAG I: leichte Böden
  • BAG II: mittelschwere Böden
  • BAG III: schwere Böden

Je schwerer der Boden, desto höher ist in der Regel sein Puffervermögen – und desto anders reagiert er auf Kalkung und Düngung.

Was sagt der pH-Wert über den Boden aus?

Der pH-Wert des Bodens ist einer der wichtigsten Kennwerte im Weidemanagement. Er gibt Auskunft darüber, wie gut Nährstoffe für Pflanzen verfügbar sind und wie aktiv das Bodenleben ist.

Ein optimal eingestellter pH-Wert:

  • verbessert die Nährstoffaufnahme der Gräser
  • fördert nützliche Mikroorganismen
  • bindet schädliche Bodensäuren (z. B. Aluminium-Ionen)
  • sorgt für eine krümelige Bodenstruktur
  • vertieft den Wurzelraum
  • erhöht Trittfestigkeit und Tragfähigkeit
  • verbessert Wasserführung und Durchlüftung
  • verdrängt Moos
  • steigert den Anteil an stabilem Dauerhumus

Ein zu niedriger pH-Wert hingegen schränkt die Artenvielfalt der Weidepflanzen deutlich ein.

Optimaler pH-Wert nach Bodenart (Versorgungsstufe C)

Damit sich Gräser und Kräuter auf der Pferdeweide optimal entwickeln können, sollte der pH-Wert des Bodens an die jeweilige Bodenart angepasst sein. In der sogenannten Versorgungsstufe C ist der Boden gut eingestellt und benötigt lediglich eine regelmäßige Erhaltungskalkung.

  • Leichte Böden (BAG I) erreichen ihr Optimum bei einem pH-Wert von 5,0 bis 5,5.
  • Mittelschwere Böden (BAG II) sollten einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,2 aufweisen.
  • Schwere Böden (BAG III) gelten bei einem pH-Wert von 5,7 bis 6,5 als optimal versorgt.

Liegt der Boden in diesen Bereichen, reicht in der Regel eine Erhaltungskalkung innerhalb von drei Jahren aus. Die empfohlene Kalkmenge beträgt – abhängig von der Bodenart – etwa 500 bis 1.000 kg CaO pro Hektar.

Ein stabiler pH-Wert in der Versorgungsstufe C sorgt für eine gute Nährstoffverfügbarkeit, fördert das Bodenleben und unterstützt eine dichte, trittfeste Grasnarbe auf der Pferdeweide.

Gesundungskalkung & Aufkalkung – was bedeutet das?

Durch Auswaschung und Pflanzenentzug sinkt der pH-Wert im Laufe der Zeit – je nach Bodenart unterschiedlich schnell.

  • Versorgungsstufe B → Aufkalkung notwendig
  • Versorgungsstufe A → Gesundungskalkung erforderlich
  • Versorgungsstufe D & E → zunächst keine Kalkung empfohlen

Wichtig:
Je nach Bodenart dürfen pro Jahr maximal 1.000 bis 2.000 kg CaO pro Hektar ausgebracht werden. In manchen Fällen ist es sinnvoller, mehrere kleinere Kalkgaben über mehrere Jahre zu verteilen, bis der gewünschte pH-Wert erreicht ist.

Wie wird der pH-Wert ermittelt?

Die sicherste Methode ist eine regelmäßige Bodenuntersuchung:

  • alle 2 bis 4 Jahre
  • Bodenprobe an ein Fachlabor senden

Die Kosten für eine Analyse sind gut investiertes Geld, da Kalkung und Düngung gezielt erfolgen können.
Das schont Geldbeutel, Boden und Grundwasser gleichermaßen.

Wann sollte man die Pferdeweide kalken?

Grundsätzlich gilt: Kalken ist ganzjährig möglich. Es gibt keinen zwingenden festen Termin.

Praktische Empfehlungen:

  • Weide sollte nicht nass oder aufgeweicht sein
  • Der Februar, besonders bei Frost, ist oft ideal
  • In kleinen Mengen können Geilstellen ganzjährig mit Kalk und Saatgut nachbehandelt werden

Welche Kalkformen gibt es für Pferdeweiden?

Je nach Bodenart und Nährstoffversorgung kommen unterschiedliche Kalkarten infrage:

Kohlensaure Kalke

Ideal für leichte bis mittlere Böden
(z. B. Weide- und Rasenkalk, Garten- und Wiesenkalk)

  • schnelle Wirkung bei Mangel
  • nachhaltiger Effekt bei steigendem pH-Wert

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Dolomitkalk & Algenkalk

Empfohlen bei Magnesiummangel
Algenkalk zusätzlich interessant für ökologisch wirtschaftende Betriebe – reich an Spurenelementen.

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Branntkalk

Nur in Ausnahmefällen, bei starkem Mangel und BAG III
→ besondere Vorsicht beim Ausbringen erforderlich.

Grundregel: Je feiner der Kalk vermahlen ist, desto schneller wirkt er.

Wann dürfen Pferde nach dem Kalken wieder auf die Weide?

Je nach Witterung (insbesondere Regen):

  • ca. 28 Tage Wartezeit

Was, wenn nach 28 Tagen noch Kalk-Körnchen sichtbar sind?

Kein Grund zur Sorge: Dabei handelt es sich um Hüllsubstanzen, die für Pferde unbedenklich sind.

Wann sollte die Pferdeweide gedüngt werden?

Ist der pH-Wert des Bodens im optimalen Bereich, ist damit die wichtigste Grundlage für eine sinnvolle Düngung geschaffen. Ab März, mit Beginn der Vegetationsperiode, kann die Nährstoffversorgung der Pferdeweide gezielt gestartet werden.

Ein einfaches Anzeichen liefert die Natur selbst: Sind auf der Bodenoberfläche die kleinen, krümeligen Häufchen der Regenwürmer zu sehen, ist der Boden aktiv und ausreichend erwärmt. Dieses Zeichen signalisiert, dass der richtige Zeitpunkt für die Düngung gekommen ist.

Fazit: Jetzt planen – das ganze Jahr profitieren

Wer sich als Pferdehalter zu Jahresbeginn mit Boden, pH-Wert, Kalkung und Düngung beschäftigt, schafft die Grundlage für eine gesunde, belastbare und ertragreiche Pferdeweide.
Das zahlt sich über die gesamte Weidesaison aus – für Pferd, Boden und Betrieb.


Bildquelle: Decado auf Pixabay

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