Wie gefährlich ist Silage für Ihr Pferd?

Wissenswertes zur Pferdefütterung mit Grassilage und Heulage/Haylage

Was sind die Unterschiede zwischen Grassilage und Heulage oder Haylage?

Um ein wenig Licht ins Dunkel der Begrifflichkeiten zu bringen, haben wir zu diesem Thema einen kleinen Extra-Futtertipp erstellt. Erfahren Sie hier mehr über die Unterschiede bei siliertem Grünfutter für Pferde.

Führt die Aufnahme von Grassilage oder Heulage zu einer Übersäuerung des Organismus Ihres Pferdes?

Im Verdauungstrakt eines Pferdes entstehen grundsätzlich große Mengen an unterschiedlichen Säuren. Im Anfangsteil des Magens laufen bereits in geringem Maße Fermentationsprozesse ab, bei denen kurzkettige Fettsäuren entstehen. Weiterhin wird im Drüsenteil des Pferdemagens durch die Pankreas (Bauchspeicheldrüse) permanent Salzsäure in den Magen abgesondert.

In den grossen Gärkammern im Dickdarm des Pferdes werden dann viele Nährstoffe aus dem Futter fermentiert. Die dabei entstehenden kurzkettigen Fettsäuren (hauptsächlich Propionsäure, Buttersäure, Essigsäure) werden vom Pferd als Energiequelle genutzt.

Die im Magen- Darmtrakt des Pferdes gebildeten Mengen an Säure sind grösser als die mit der Grassilage/Heulage aufgenommenen Säuremengen. 

Eine Übersäuerung des gesamten Körpers ist durch die Fütterung von Grassilage bzw. Heulage also grundsätzlich nicht zu erwarten. Entsprechend macht auch die Aufnahme einer guten, hygienisch einwandfreien Heulage nicht krank.

Wann ist die Verfütterung von Grassilage/Heulage an Pferde gefährlich?

Die Herstellung und das Handling von Grassilage oder Heulage für Pferde erfordert einiges an Wissen, um eine gute und hygienisch einwandfreie Qualität zu gewährleisten.

Wie schnell verdirbt Grassilage?

Sobald Silage mit Sauerstoff in Kontakt kommt, beginnt die Zersetzung. Bereits innerhalb eines einzigen Tages wachsen Schimmelpilze, Hefen und Bakterien, die zum Verderb des Futters führen. Diese Prozesse können bei entsprechend feuchtem Material unter Luftzutritt sehr schnell ablaufen. Daher sollte Silage vor der Verfütterung nicht an der Luft gelagert werden und die Hygiene der Grassilage immer aktuell vor der Fütterung beurteilt werden.

Ist Heulage/Haylage stabiler als Grassilage?

Heulage/Haylage ist erheblich trockener und man läßt sie nach dem Öffnen im Stall häufig in aufgelockerter Form noch nachtrocknen. Auch hier ist Vorsicht geboten – das Wachstum von Bakterien ist zwar aufgrund des niedrigeren Feuchtigkeitsgehaltes sehr viel geringer, dennoch reicht der Feuchtigkeitsgehalt oft für eine Schimmelbildung aus. Auch Heulage ist immer aktuell zu beurteilen, um die Verfütterung von verdorbenem Material zu vermeiden.

Ein Pilotprojekt (Wyss et al, 2010) zum Verderb von Heulage (TS-Gehalte zwischen 40% und etwa 60%) unter Pferdestallbedingungen mit einem allerdings sehr geringen Probenumfang ergab, dass die Heulage doch erstaunlich stabil war. Noch 7 Tage nach dem Öffnen eines Ballens war der Besatz mit Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen der aufgeschüttelt an der Luft gelagerten Heulage noch in Bereichen, die eine Verfütterung an Pferde erlaubt hätte. Danach setzte allerdings ein deutlicher Verderb ein, der eine Verfütterung verbot!

Bei guten Umweltbedingungen (also gutem Grünfutter als Ausgangsmaterial, guter Witterung, Mahd, etc.) ist also auch aus dem später gemähten, lange angewelkten Grünfutter für Pferde eine stabile, hygienisch einwandfreie Heulage herstellbar, die als Pferdefutter geeignet ist.

Verfüttern sie keine sehr feuchte Grassilage! 

Je feuchter eine Silage ist, desto leichter ist diese verderblich und wird deshalb häufig von Pferden nicht vertragen. Eine sehr feuchte Grassilage, wie sie an Rinder verfüttert wird, ist selbst bei bester Hygiene nicht für die Verfütterung an Pferde geeignet und führt bei vielen Pferden zu Durchfall. 

Zusammengefasst!

Insgesamt verhält es sich mit der Verfütterung von Grassilage oder Heulage an Pferde ähnlich wie mit Heu und anderen Futtermitteln. Bei guter Qualität (einwandfreier Hygiene und ausreichend Struktur) ist eine nicht zu feuchte Grassilage oder eine Heulage/Haylage für die meisten Pferde gut als Futtermittel geeignet.

Eine verdorbene Grassilage oder Heulage ist aber, ebenso wie ein verschimmeltes Heu, Gift für die Tiere! 

Autor: Dr. Brigitta Wichert
Quellen: Ellis, A.D., Hill, J. Nutritional physiology of the horse. 2005, Nottingham University Press, ISBN 1-897676-46-8
Wyss, U., Klein, R., Mund, K., von Niederhäusern, R., Strickler, B., Wichert, B. Stabilität von Silagen für Pferde bei der Fütterung. Agrarforschung Schweiz, 2010, 1, 308-313


Bildquelle: fotolia.com - Sven Cramer

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