Von der Steppe zur Pferdeweide

So retten Sie Ihre Pferdeweide nach dem trockenen Sommer

Nach dem zweiten trockenen Sommer mit rekordverdächtig hohen Temperaturen sind viele Pferdeweiden regelrecht zur Steppe geworden. Doch wie verhindern Sie, dass Ihre Pferdeweide im nächsten Jahr komplett zur pflanzenlosen Wüste wird? Gerne geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie Ihre Weideflächen jetzt wieder aufbereiten können.

Naturnahe Pflanzenvielfalt gegen widerstandsfähigere „Unkräuter“

Durch die extremen Trockenzeiten sind wertvolle Weidepflanzen oft verschwunden oder durch die unerwünschten aber robusteren „Unkräuter“ verdrängt worden – jetzt sollte gehandelt werden. Die Vielfalt der Pferdeweide muss wieder hergestellt werden, denn nur eine ausgewogene Gräser- und Pflanzenmischung bietet eine gute und vielseitige Versorgung Ihres Pferdes.

Auf das passende Saatgut kommt es an

Wir empfehlen Ihnen bei der Auswahl Ihrer Pferdeweide-Saat darauf zu achten, dass das Saatgut auf die Gesundheit und den Geschmack von Pferden optimiert wurde. Ein kleiner Anteil gut verträglicher und heimischer Wildkräuter sorgt zusätzlich für eine naturnahe Vielfalt. Hierbei sollten Sie allerdings beachten, dass eine Saatgutmischung aus fruktanarmen Gräsern und Kräutern langsamer keimt als die “gemeinen Unkräuter”.

Aufwertung der Pferdeweide

Um die Pflanzen- und Geschmacksvielfalt zu erhöhen und den erwünschten Pflanzenaufwuchs ein wenig zu beschleunigen, können Sie die verwendete Gräsermischung durch Spuren-Aussaaten zusätzlich aufwerten. Wir empfehlen hierbei Leguminosen wie Luzerne, Rotklee oder auch Bockshornklee. Neben der Aufwertung Ihrer Pferdeweide hat die Aussaat von Luzerne noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: als Tiefwurzler hält Luzerne auch längere Zeit ohne Regen durch. Auch die oben genannte Klee-Pflanzen haben positive Eigenschaften. Sie keimen deutlich schneller als beispielsweise das Knaulgras.

Hinweis: Die Aussaatmengen bei der Aufwertung sollten bei einer verwendeten Sorte 3 kg je ha und bei der Nutzung mehrerer Komponenten insgesamt 5 kg je ha nicht überschreiten.

Tipps zum Säen auf Ihrer Pferdeweide

Wir möchten hier zunächst auf einige Voraussetzungen für die Weide-Aussaat eingehen. Die Erfolgreiche Aussaat ist grundsätzlich von zwei Faktoren abhängig:

  • Die Bodentemperatur sollte 10 Grad Celsius nicht unterschreiten.
  • Der Boden muss ausreichend feucht sein.


Sollte trotz guter Planung der Regen ausbleiben, sollten die Weideflächen nach Möglichkeit künstlich zu beregnet werden. Bei kleinen Flächen leistet ein herkömmlicher Rasensprenger schon gute Dienste.

Neuaussaat

Für eine Neuansaat werden ca. 50 bis 80 kg Saatgut pro ha benötigt. Wir empfehlen bei Neuansaat der Pferdeweide, das Saatgut möglichst per Drillsaat auszubringen.

Nachsaat und Reparatursaat

Nachsaaten erfordern etwa 2/3 des Saatgutes und können als Handaussaat oder per Schlitzsaat mit einer Saatentiefe von 1 bis 2,5 cm erfolgen.

Tipps zur Handaussaat

Gerade die Nach- und Reparatursaat kann selbstverständlich auch per Hand erfolgen. Mischen sie hierbei Ihr Pferdeweide-Saatgut mit einem Trägerstoff wie Sand oder “Maulwurfserde”. Anschließend sollte das Saatgut sorgfältig in den Boden eingearbeitet werden und/oder mit einem Kompost-Erde-Gemisch abgedeckt werden.

Wichtig! Für einen guten Bodenschluss sorgt das abschließende Anwalzen. So kann das Saatgut keimen und seine Wurzeln finden sicheren Halt.

Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Die Monate Juni und Juli sind für eine Aussaat grundsätzlich eher ungünstig, da die aufgehende Saat in den Sommermonaten leicht vertrocknet. Der Zeitraum von September bis Mitte Oktober ist nach unserer Erfahrung aussichtsreicher für die Weide-Saat. In dieser Zeit sind die positiven Grundvoraussetzungen bereits häufig gegeben (ausreichend Temperatur und Feuchtigkeit ). Durch die jahreszeitlich bedingte Umstellung auf Stall- und Paddockhaltung hat die frisch eingesäte Pferdeweide zudem ausreichend Ruhe sich zu entwickeln.

Nach Bedarf kann eine weitere Nachsaat im Frühjahr (April/Mai) des Folgejahres erfolgen, falls sich in einigen Bereichen Ihrer Pferdeweide der Bewuchs nicht wie gewünscht entwickelt hat.

Bodenanalyse als Schlüssel zum Erfolg

Eine Bodenanalyse hilft Ihnen bei der Qualitätsverbesserung Ihrer Pferdeweide. Sie gibt insbesondere Aufschluss über den Nährstoffgehalt des Bodens und den daraus resultierenden Nährstoffbedarf (Düngebedarf). Optimal “ernährte” Weidepflanzen sind robuster und widerstandsfähig. Außerdem sind sie geringer mit unerwünschten Stoffen wie Fruktanen belastet.

Wir empfehlen die Bodenanalyse im Herbst durchzuführen. So können Sie unter Zuhilfenahme der Ergebnisse die Versorgung Ihrer Weidefläche im kommenden Frühjahr optimal planen (z.B. Kalkung und Düngung). Bodenanalysen werden beispielsweise von der LUFA durchgeführt.


Bildquelle: Kräuterwiese

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