Im Frühling Pferdeweide düngen und vorbereiten
Die Weide ist Nährstoffgrundlage für gesunde Pferde
Der Frühling ist für Pferdehalter und Weidebesitzer eine der wichtigsten Phasen im Weidejahr. Bereits ab Februar beginnen die ersten Arbeiten auf der Pferdeweide. Ziel ist es, die Grasnarbe zu stabilisieren, das Bodenleben zu aktivieren und hochwertiges Grundfutter für Pferde zu erzeugen.
Ein durchdachtes Weidemanagement und der gezielte Einsatz von Dünger für Pferdeweiden bilden dabei die Grundlage für gesunde Pflanzen – und damit auch für gesunde Pferde.
Frühjahrsarbeiten auf der Pferdeweide – stabile Grasnarbe als Basis
Laut Arbeitskalender für das Weidejahr starten die Pflegearbeiten meist ab Februar, abhängig von Witterung und Bodenbeschaffenheit.
Striegeln, Abschleppen und Walzen – warum diese Schritte wichtig sind
Striegeln (Februar/März)
- regt die Bestockung der Gräser an
- entfernt Filz und abgestorbene Pflanzenreste
- verbessert die Belüftung des Bodens
Abschleppen (März/April)
- verteilt alte Pferdeäpfel gleichmäßig
- ebnet Maulwurfshügel ein
- reduziert spätere Futterverschmutzungen
Walzen (März/April)
- verbessert den Bodenschluss der Wurzeln
- besonders sinnvoll auf Moor-, Anmoor- und humosen Böden
- gleicht Trittschäden und Fahrspuren aus
Wichtig: Der Boden darf weder gefroren noch zu nass oder ausgetrocknet sein. Der richtige Zeitpunkt erfordert Erfahrung und ein gutes Gefühl für den Standort.
Muss man Pferdeweiden düngen?
Ja – eine Pferdeweide sollte regelmäßig gedüngt werden, um langfristig leistungsfähig zu bleiben.
Gräser entziehen dem Boden durch Wachstum und Fraß kontinuierlich Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium sowie Mineralstoffe und Spurenelemente.
Ohne gezielte Düngung:
- geraten Pflanzen unter Stress
- sinkt die Futterqualität
- steigt die Bildung unerwünschter Inhaltsstoffe wie Fruktane
- es kommt langfristig zu Bodenermüdung
Gerade für Pferde ist eine ausgewogene, maßvolle Nährstoffversorgung entscheidend.
Der richtige Zeitpunkt zum Düngen von Pferdeweiden
Sind die mechanischen Pflegearbeiten abgeschlossen, kann ab Mitte März gedüngt werden.
Ein natürlicher Indikator für den Vegetationsstart ist das Bodenleben: Finden sich lockere Regenwurmhäufchen an der Oberfläche, ist der Boden aktiv und aufnahmefähig.
Nährstoffversorgung von Pferdeweiden – Qualität statt Masse
Der Blick auf unterschiedliche Weidesysteme zeigt schnell:
Viel Aufwuchs bedeutet für Pferde nicht automatisch hochwertiges Futter.
Ein nachhaltiger Düngeplan berücksichtigt:
- Standort und Bodenart
- tatsächlichen Nährstoffbedarf
- Nutzungshäufigkeit der Weide
- Umwelt- und Gewässerschutz
Regelmäßige Bodenproben alle 2 bis 4 Jahre sind dafür unverzichtbar. Ebenso wichtig ist ein passender pH-Wert, da Nährstoffe nur dann pflanzenverfügbar sind.
Was Konik-Pferde über natürliche Weiden lehren
Ein anschauliches Beispiel liefern Konik-Pferde, die in halboffenen Weidelandschaften ganzjährig auf nährstoffarmen, extensiv genutzten Flächen leben. Trotz karger Futtergrundlage zeigen diese robusten Pferde eine stabile Körperkondition, Widerstandskraft und Gesundheit.
Demgegenüber stehen vielerorts Pferde auf stark gedüngten, sehr wüchsigen Weiden, die trotz hoher Futtermenge zu Übergewicht, Stoffwechselproblemen und einer unausgewogenen Nährstoffaufnahme neigen.
Dieses Beispiel verdeutlicht: Entscheidend ist nicht die Menge des Aufwuchses, sondern dessen Zusammensetzung. Eine angepasste Düngung fördert strukturreiche, belastbare Grasbestände und eine pferdegerechte Futterqualität.
Wie sollte ein Dünger für Pferdeweiden zusammengesetzt sein?
Untersuchungen zeigen, dass im Frühjahr nicht hohe Stickstoffmengen, sondern eine ausgewogene Grundversorgung entscheidend sind. Auch bei moderater Stickstoffversorgung lassen sich gute Erträge erzielen, wenn Phosphor, Kalium und Magnesium ausreichend vorhanden sind.
Wichtige Nährstoffe für Pferdeweiden:
- Phosphor – für Wurzelentwicklung, Energieträger bei allen Stoffwechselvorgängen, fördert die Vitaminbildung
- Kalium – für Festigkeit der Zellwände, Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen, mindert Trockenstress
- Magnesium – für die Photosynthese, reduziert den Nitratgehalt in der Pflanze, fördert den Mineralstoffgehalts des Grünland Aufwuchses
- Mineralstoffe und Spurenelemente wie Natrium, Kupfer, Mangan und Eisen
Praxiserprobte Volldünger für Pferdeweiden von Kräuterwiese
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat Kräuterwiese zwei speziell abgestimmte Volldünger entwickelt und über viele Jahre in der Praxis erprobt. Ziel ist eine ausgewogene Nährstoffversorgung ohne übermäßige Stickstoffbelastung der Weide.
Standard-Pferdeweide-Dünger – ausgewogene Grundversorgung
Der Standard-Pferdeweide-Dünger enthält bewusst nur 10 % Gesamtstickstoff, der langsam pflanzenverfügbar wird. Das fördert gleichmäßiges Wachstum ohne starke Wachstumsspitzen.
Ergänzt wird die Rezeptur durch 12 % Phosphat und 20 % Kalium sowie Magnesium. Ein gezielter Selenanteil auf unseren zumeist selenarmen Böden kann zusätzlich die natürliche Spurenelementversorgung über das Grundfutter unterstützen.
Mikrodünger für Pferdeweiden – gezielte Spurenelementergänzung
Der Mikrodünger für Pferdeweiden ergänzt die Grundversorgung um Natrium, Mangan, Zink sowie ebenfalls Selen. Gerade auf intensiv genutzten Flächen lassen sich so gezielt Nährstofflücken schließen und die Pflanzenqualität stabilisieren.
Gemeinsame Besonderheiten beider Dünger
Beide Dünger stehen für:
- reduzierte Stickstoffstrategie
- ausgewogene Mineralstoffversorgung
- Förderung der Futterqualität statt Massenaufwuchs
Welche Bedeutung hat Selen für Pferde?
Selen ist ein essentielles Spurenelement und erfüllt im Pferdeorganismus wichtige Funktionen:
- Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
- Unterstützung des Immunsystems
- Beteiligung an zentralen Stoffwechselprozessen
Da viele Böden selenarm sind und Pferde häufig überwiegend mit hofeigenem Grundfutter versorgt werden, reicht die natürliche Aufnahme oft nicht aus.
Über Weidepflanzen kann Selen in pflanzlich gebundener Form aufgenommen werden, die für Pferde gut verwertbar ist.
Fazit: Pferdeweide düngen heißt langfristig Pferdegesundheit sichern
Eine gezielte Frühjahrsdüngung der Pferdeweide bildet die Grundlage für stabile Grasnarben und hochwertiges Grundfutter. Neben einer maßvollen Stickstoffversorgung spielt auch die bedarfsgerechte Zufuhr von Mineralstoffen und Spurenelementen wie Selen eine wichtige Rolle für eine ausgewogene Nährstoffkette.
Häufige Fragen zur Düngung von Pferdeweiden (FAQ)
Wann sollte man eine Pferdeweide düngen?
Ab Mitte März, sobald der Boden frostfrei ist und das Bodenleben sichtbar aktiv wird. Der genaue Zeitpunkt hängt von Witterung, Bodenart und Standort ab.
Müssen Pferdeweiden jedes Jahr gedüngt werden?
In der Regel ja. Durch Fraß, Trittschäden und Auswaschungen verliert der Boden kontinuierlich Nährstoffe, die gezielt ersetzt werden sollten.
Warum ist zu viel Stickstoff problematisch?
Hohe Stickstoffgaben fördern schnellen, weichen Aufwuchs, der für Pferde oft ungünstig ist und das Risiko für Stoffwechselprobleme erhöhen kann.
Welche Nährstoffe sind für Pferdeweiden besonders wichtig?
Neben Stickstoff vor allem Phosphor, Kalium und Magnesium sowie ausgewählte Spurenelemente für eine stabile Grasnarbe.
Welche Rolle spielt der pH-Wert des Bodens?
Nur bei einem passenden pH-Wert können Pflanzen Nährstoffe effizient aufnehmen. Ist der Boden zu sauer oder zu basisch, bleiben Nährstoffe ungenutzt.
Warum ist Selen bei Pferden ein sensibles Thema?
Pferde benötigen nur geringe Mengen Selen. Sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung können problematisch sein, weshalb eine kontrollierte Zufuhr wichtig ist.
Ist Selen über die Weide sinnvoller als über Mineralfutter?
Über Weidepflanzen aufgenommenes, pflanzlich gebundenes Selen gilt als gut verwertbar und fügt sich natürlich in die Futteraufnahme ein.
Wie oft sollte eine Bodenprobe durchgeführt werden?
Alle 2 bis 4 Jahre, um den Düngeplan an die tatsächlichen Bodenverhältnisse anzupassen.
Unterscheidet sich die Düngung von Pferde- und Rinderweiden?
Ja. Pferde reagieren sensibler auf zu nährstoffreiche Bestände, weshalb Pferdeweiden in der Regel maßvoller gedüngt werden sollten.