Grundlagen zur Pferdefütterung 

Entwicklungs- und “Ernährungsgeschichte” des Pferdes

In einem unserer letzten Futtertipps haben wir uns mit der getreidefreien Fütterung beschäftigt. Aber wie begründet sich diese Art der “ursprünglichen” Fütterung? Um diese Frage zu beantworten, hilft ein Blick in die Entwicklungsgeschichte des Pferdes.

Entwicklungsgeschichte & Speiseplan der Vorfahren unserer Pferde

  • Vor rund 60 Millionen Jahren war das „Pferd“ ein etwa fuchsgroßes Säugetier, das in den Regenwäldern lebte. Als Nahrung dienten ihm vor allem Blätter.

  • Vor rund 37 Millionen Jahren war das Pferd (z.B. Mesohippus oder Miohippus) schon etwas größer. Es lebte in Steppen und Buschlandschaften und hatte sich dort zum klassischen Fluchttier entwickelt. Diese Tiere fraßen hauptsächlich harte Gräser, Laub, Früchte und Samen.

  • Vor rund 25 Millionen Jahren war der Hauptlebensraum der noch etwas größer gewordenen Arten (wie Parahippus, Merychippus, Anchitherium) die Steppe. Sie waren aber auch in Busch- und Waldgebieten zu finden. Die Nahrungsquellen änderten sich nicht maßgeblich.

  • Vor rund 3 Millionen Jahren entstand das sogenannte „Equus“. Aus ihm entwickelte  sich dann das Pferd, wie wir es heute kennen. Das Equus lebte in der Steppe und ernährte sich von den dort wachsenden Gräsern.

 

Wie und warum änderte die Domestikation den Speiseplan des Pferdes

Im 4. Jahrtausend vor Christus begann die Domestikation des Pferdes. Als Futter dienten zunächst hauptsächlich die natürlichen Nahrungsquellen, also vor allem Blätter und Gräser. 

Erst die erhöhten Leistungsanforderungen durch die Nutzung des Pferdes als Lasten- und Reittier ab dem 2. Jahrtausend vor Christus, machten eine effektive Zufütterung erforderlich. Insbesondere, da Pferde vornehmlich in kriegerischen Auseinandersetzungen eingesetzt wurden und hier einen kräftezehrenden “Militärdienst" leisten mussten.

Als erstes Zusatzfutter diente vor allem Luzerne - aber auch Heu war als Futtermittel bereits bekannt. Einige Zeit später wurde der Speiseplan der Pferde bereits durch Gerste und Weizen ergänzt  - aber auch Erbsen, Wicken oder Kichererbsen wurden gefüttert, um den erhöhten Energiebedarf der Pferde zu decken.

Pferdefütterung im Altertum

Auch im Altertum wurde das Pferd vornehmlich im Krieg und bei der Jagd eingesetzt. Zudem erhielten sportliche Wettkämpfe mit Pferden immer größere Bedeutung - der Pferdesport wurde geboren. Im Futtertrog war weiterhin in erster Linie Heu und Getreide zu finden. Es soll aber bereits extravagante Kaiser gegeben haben, die ihr Lieblingspferd auch mit Rosinen, Mandeln oder Honig füttern ließen. 

Zu dieser Zeit kannten römische Soldaten auch bereits das Risiko für eine Erkrankung, die heute als Hufrehe bezeichnet wird. Diese Stoffwechselerkrankung, bei der schmerzhafte Entzündungen inder Huflederhaut entstehen, trat damals vor allem bei einer einseitigen Gerstenfütterung auf. 

Pferdefütterung- und Haltung im Mittelalter

Im Mittelalter wurde das Pferd auch als Nutztier in der sich ausbreitenden Landwirtschaft eingesetzt. Das Haupteinsatzgebiet war aber weiterhin das Militär. Allerdings wurden Pferde in der Oberschicht nun immer mehr zu einer Art Prestigeobjekt. 

Ein Blick in die Futterkammern im Mittelalter zeigt, dass die Auswahl an Futtermitteln vielfältiger wurde. Neben den bereits bekannten Futterquellen wie Gras, Heu, Stroh, Gerste und Roggen fanden Futtermittel wie Möhren, Rüben, Erbsen und Bohnen ihren Weg in den Futtertrog. Darüber hinaus erkannte man in dieser Zeit die positiven Eigenschaften von Hafer und begann vermehrt damit, ihn in der Pferdefütterung einzusetzen.

Pferdefütterung in der Neuzeit

Neben einer Steigerung der Vielfalt bei der Pferdefütterung, wurde im Laufe der Zeit immer häufiger auch auf die Einhaltung von Fütterungszeiten geachtet. Vor allem in der Landwirtschaft entstanden für die Arbeitspferde genaue Rationsberechnungen und detaillierte Fütterungssysteme.  

Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Pferdefütterung dann immer intensiver wissenschaftlich erforscht. Es entstanden Arbeiten zur Verdauungsphysiologie, dem Energie- und Eiweißstoffwechsel sowie dem Futterbedarf der Pferde. Die Herstellung von konzentrierten Mischfuttermitteln begann. Diese wurden vor allem für die Armeepferde im Kriegseinsatz entwickelt und dort gefüttert.

Heutige Pferdefütterung

Heute ist die Pferdefütterung  und -haltung oft noch immer durch die Tradition einer intensiven Nutzung der Pferde geprägt. Die Lebensbedingungen der heute gehaltenen Pferde haben sich jedoch grundlegend geändert. Aus dem früheren Nutztier ist ein Freizeitpartner geworden.

Die Entwicklungsgeschichte des Pferdes hat gezeigt, dass sich Ernährung und Fütterung des Pferdes ständig an den Bedarf angepasst haben. Der Bedarf entstand durch die jeweilige Nutzung. Es ist also wichtig, die Fütterung eines Pferdes entsprechend seiner jeweils aktuellen Bedürfnisse immer individuell anzupassen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr Pferd gesund und vital bleibt.


Bildquelle: Kräuterwiese

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