Pferdeweide richtig pflegen
Weidemanagement für gesunde Pferde
Eine gute Pferdeweide entsteht nicht nur durch die richtige Ansaat. Ebenso wichtig ist ein durchdachtes Weidemanagement, damit Grasnarbe, Pflanzenbestand und Boden langfristig stabil bleiben.
Eine Pferdeweide muss deutlich mehr leisten als klassische Wirtschaftswiesen. Sie ist gleichzeitig:
- Futterquelle
- Bewegungsfläche
- Lebensraum
Damit sie diesen Anforderungen gerecht wird, braucht es eine stabile Grasnarbe und eine angepasste Nutzung.
Anforderungen an eine stabile Grasnarbe auf der Pferdeweide
Pferde sind Fluchttiere mit großem Bewegungsdrang. Beim Spielen, Galoppieren und Fressen legen sie oft viele Kilometer am Tag zurück. Dabei entstehen hohe Belastungen für den Boden. Beim schnellen Drehen, beim Sprung oder bei der Landung können Pferde leicht Lücken in die Grasnarbe reißen.
Eine gute Pferdeweide muss deshalb:
- dicht bewachsen
- elastisch
- trittfest
- regenerationsfähig
sein.
Wie viele Pferde verträgt eine Weide?
Eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Pferdeweide ist die richtige Besatzdichte.
Als Faustregel gilt für die Pferdeweide:
- 2 Großpferde pro Hektar Standweide
Oder:
- 0,1 Hektar pro 100 kg Körpergewicht.
Nur wenn Futterangebot und Tierbesatz auf der Pferdekoppel zusammenpassen, bleibt die Grasnarbe stabil.
Wachstumsdynamik von Weidegras
Gräser wachsen im Verlauf einer Vegetationsperiode sehr unterschiedlich.
Frühjahr / Frühsommer
- sehr starkes Wachstum – teilweise entsteht ein regelrechter „Futterberg“
Im Sommer
- moderates Wachstum
Spätsommer / Herbst
- deutlich geringerer Aufwuchs
Gerade im Spätsommer kann es sinnvoll sein, die Weide noch einmal nachzudüngen oder nachzusäen.
Standweide oder Rotationsweide?
Beim Weidemanagement unterscheidet man verschiedene Weidetypen. Die Standweide, Portionsweide und die Rotationsweide.
Standweide
Pferde bleiben dauerhaft auf einer Fläche. Diese Form ist pflegeleicht, belastet die Grasnarbe jedoch stärker.
Portionsweide
Die Fläche wird in kleine Bereiche unterteilt. Diese Form wird dem Bewegungsdrang von Pferden häufig nicht gerecht.
Rotationsweide
Die Weide wird in mehrere Parzellen unterteilt. Pferde wechseln regelmäßig die Fläche. Dabei gilt der Grundsatz: Kurze Fresszeiten – lange Ruhezeiten für das Gras.
Die richtige Restgraslänge auf der Pferdeweide
Ideal ist es, wenn eine Pferdekoppel nach etwa einer Woche auf eine Restgraslänge von etwa 5–6 cm abgefressen ist. Danach sollten die Pferde auf eine neue Parzelle wechseln.
Diese Ruhezeiten ermöglichen es dem Gras:
- neue Triebe zu bilden
- sich stärker zu bestocken
- die Grasnarbe zu verdichten
Fruktane im Weidegras beachten
Wird Gras stark gestresst – etwa durch Überweidung – kann es vermehrt Fruktane einlagern. Ein hoher Fruktangehalt kann bei empfindlichen Pferden das Risiko für Hufrehe erhöhen.
Eine angepasste Weidenutzung und fruktanarmes Saatgut hilft deshalb, solche Stresssituationen für das Gras zu vermeiden.
Pferdeweide pflegen statt neu anlegen
Eine Pferdeweide ist ein wertvolles Biotop. Regelmäßige Pflege ist deutlich wirtschaftlicher als ein kompletter Umbruch.
Wichtige Maßnahmen bei der Pflege der Pferdeweide sind sind:
- regelmäßige Nachsaat
- angepasste Düngung
- kontrollierter Tierbesatz
- Rotationsweideprinzip verwenden
Tipps zur Ansaat und zum passenden Saatgut für Pferdeweiden finden Sie im Artikel Pferdeweide ansäen.
So bleibt Ihre Pferdeweide dauerhaft gesund
Eine stabile Pferdeweide entsteht durch durchdachtes Weidemanagement. Angepasste Besatzdichte, ausreichend Ruhezeiten für das Gras und regelmäßige Pflege erhalten eine dichte Grasnarbe. So bleibt die Pferdekoppel über viele Jahre eine gesunde Futter- und Bewegungsfläche für Pferde.
Häufige Fragen zur Pflege von Pferdeweiden
Wie viele Pferde verträgt eine Pferdeweide?
Als Faustregel gelten etwa zwei Großpferde pro Hektar Weidefläche. Alternativ kann man mit 0,1 Hektar pro 100 kg Körpergewicht rechnen. Wichtig ist, dass Futterangebot und Tierbesatz zusammenpassen.
Warum ist eine dichte Grasnarbe auf der Pferdeweide wichtig?
Eine dichte Grasnarbe schützt den Boden vor Trittschäden und verhindert, dass sich Unkräuter ausbreiten. Gleichzeitig sorgt sie für eine belastbare und langlebige Weidefläche.
Was ist eine Rotationsweide?
Bei einer Rotationsweide wird die Fläche in mehrere Parzellen aufgeteilt. Die Pferde wechseln regelmäßig die Fläche, sodass das Gras ausreichend Zeit zur Regeneration hat.
Wie kurz sollten Pferde das Gras auf der Weide fressen?
Ideal ist eine Restgraslänge von etwa 5–6 cm. Wird das Gras stärker abgefressen, wächst es langsamer nach und die Grasnarbe kann Schaden nehmen.
Warum wächst Gras im Sommer langsamer?
Gräser wachsen im Frühjahr besonders stark. Im Hochsommer und Spätsommer verlangsamt sich das Wachstum, wodurch das Futterangebot auf der Weide geringer wird.
Warum können überweidete Flächen problematisch sein?
Überweidung stresst das Gras. Dadurch kann es mehr Fruktane einlagern, was bei empfindlichen Pferden das Risiko für Stoffwechselprobleme erhöhen kann.
Wie bleibt eine Pferdeweide langfristig gesund?
Wichtig sind eine angepasste Besatzdichte, ausreichend Ruhezeiten für das Gras sowie regelmäßige Pflege und Nachsaaten. So bleibt die Grasnarbe dicht und stabil.
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